Organspendeskandal in deutschen Krankenhäusern

Die Bezeichnung ‘Halbgötter in Weiß’ ist nicht weit hergeholt, erst kürzlich sorgte ein neuer Organspende Skandal in deutschen Krankenhäusern für gehörig Gesprächsstoff. Chefärzte haben in Krankenhäusern einen unglaublichen Einfluss, nicht selten gelten sie als ‘absolutistische Herrscher’ im Krankenhaus. Der enorme Einfluss und der Handlungsfreiraum vieler Chefärzte ist so gravierend, dass auch der Handel mit Organen nicht mehr unmöglich scheint. Der Organspende-Skandal in Göttingen und Regensburg hat wieder einmal bestätigt, dass Chefärzten und Chirurgen genauer unter die Finger geschaut werden muss. Nicht selten entscheiden Ärzte in deutschen Krankenhäusern über Leben und Tod.

Die Transplantationsmedizin ist ein äußerst zwiespältiger Bereich, da die Transplantationsmedizin vom Tod anderer Menschen (Spender) lebt. Damit ein anderes Leben nicht zum Ende verurteilt ist, sind Spenden unbedingt notwendig und können als ausgesprochen sinnvoll betrachtet werden.

Die meisten Personen mit einem Spenderorgan etc. zeigen sich glücklich, erfüllt und sind dankbar für die neue Chance im Leben.

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Organspendeskandal sorgt für eine Krise in der Transplantationsmedizin

Im Zweifelsfall entscheiden Ärzte über Leben und Tod. Das Schicksal des Einzelnen ist eigentlich fest in den Wartelisten und Datenbanken der Computer festgelegt, sodass kein individueller Handlungsspielraum für den Arzt besteht. Beim aktuellen Organspendeskandal in deutschen Krankenhäusern nahmen einige ‘Halbgötter in Weiß’ das Schicksal ihrer Patienten jedoch selbst in die Hand und umgingen das Datenbanksystem der Rechner. Wie nun bekannt wurde, sind mehrere Ärzte in Göttingen und Regensburg in den Skandal in zahlreichen Fällen verstrickt. Die Betrügereien im großen Ausmaß sorgen bei vielen Betroffenen und Angehörigen von Personen im Datenbanksystem für Empörung, zahlreiche fordern verschärfte Richtlinien und vor allem Gerechtigkeit.

Der aktuelle Organspendeskandal zieht immer weitere Kreise. So ist ein Arzt ins Visier geraten, welcher bereits vor sieben Jahren eine Leber ins Ausland vermarktet hat. Die Spätfolgen die der Organspendeskandal in Regensburg und Göttingen hat, sind noch nicht einschätzbar, der Patientenbeaufragte der Bundesregierung prognostiziert jedoch das einige Jahre vergehen müssen damit das Vertrauen zur Organspende wieder hergestellt werden kann.

Perspektiven und Sanktionen

Seit wenigen Tagen ist nun das neue Transplantationsgesetz in Kraft getreten, welches die Spendenbereitschaft in Deutschland deutlich erhöhen soll. Zahlreiche Menschenleben sollen so künftig gerettet und Organspendenskandale somit vermieden werden. Nach den Skandalen in den Unikliniken Göttingen und Regensburg soll das Vertrauen der Spender wiedergewonnen werden. Das neue Gesetz kommt zum jetzigen Zeitpunkt etwas ungünstig. Wolfgang Zöller, Patientenbeauftragter der Bundesregierung sieht die Entwicklung der Spendenzahlen für die kommende Zeit eher kritisch: “Was hier gemacht wurde, wird in Zukunft viele Menschen leider das Leben kosten”.

Nach den Vorfällen in Göttingen und Regensburg sollen nun Sanktionen folgen. Der frühere Oberarzt und ein leitender Arzt stehen in Verdacht Akten absichtlich manipuliert zu haben. Im Raum der Ermittlungen stehen auch ausgiebige Prüfungen, die den Tod anderer Menschen betreffen. Ob die Bevorzugung zum Tod anderer Menschen geführt hat, ist noch unklar. In jedem Fall werden die Angeklagten wohl wegen Bestechlichkeit verurteilt werden.

Sogar eine bedingt vorsätzliche Tötung halten die Staatsanwälte für nicht ausgeschlossen. “Die Ermittlungen stehen aber noch ganz am Anfang“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Frank-Michael Laue.

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