Kritik an der Organspende

Viele, die sich noch nie eingehend mit diesem Thema beschäftigt haben, geben als Ablehnungsgrund an, „Angst davor zu haben, dass man hätte gerettet werden können, aber für tot erklärt wird“. Da erschreckend wenige Menschen in Mitteleuropa Besitzer eines Organspenderausweises sind, denkt man in Fachkreisen darüber nach, einen finanziellen Anreiz zu schaffen. Prinzipiell ist man sich einig, dass der menschliche Körper nicht zum Gegenstand von Kommerz werden solle. Aber ein Stück weit ist der Weg eventuell doch, in diese Richtung zu gehen. Ethiker und Mediziner befassen sich seit Jahren mit dieser Frage. Dabei gibt es für beide Seiten Für und Wider abzuwägen.

Schwarzmarkt:

Ein erwähnenswerter Punkt ist hier, dass der Schwarzhandel mit den Organen ein lohnendes Geschäft ist, vor allem, weil er verboten ist. Denn dadurch verdienen die Händler und Drahtzieher sehr viel mehr, als die Spender. Dem soll mit einer stückweisen Legalisierung Einhalt geboten werden. Die großen Kirchen haben sich in den letzten Jahren zu einer Erklärung durchgerungen, den Akt der Organspende als Nächstenliebe anzusehen und daher für gut zu befinden.

Renate Greinert:

Kritiker der Organspende, wie beispielsweise Renate Greinert, verurteilen die Organentnahme als modernen Kannibalismus. Es erschienen zahlreiche Veröffentlichungen zu diesem Thema. Renate Greinert berichtet in ihrem Buch als Betroffene, da ihr Sohn bei einem Unfall ums Leben kam, aber mit ihrem Einverständnis zum Organspender wurde. Es wird über das Recht gesprochen, unversehrt beerdigt zu werden, als Sterbender nicht „ausgeschlachtet“ zu werden und über die Außenseiterrolle, in die sie sich als Kritiker gedrängt fühlt. Zu groß seien die Vorteile, die sich Mediziner davon versprächen, als dass die Kritik an Organspenden zugelassen werde, so der Grundtenor des Werkes.

Über das Buch wird hingegen gesagt, dass sich die Autorin zu sehr in ihre – wenn auch nachvollziehbare – Wut und Trauer steigert und eine realistische Beurteilung der Sache nicht mehr möglich sei.